Montageversicherung für Solarparks, BESS und PV-Dachanlagen

Warum EPCs und Betreiber jetzt handeln sollten – bevor aus Termin- und Budgetplänen „Claims“ werden!

Der Bau von PV-Anlagen und Batteriespeichern (BESS) ist längst kein reines Technikprojekt mehr. Für EPCs zählen heute vor allem zwei Kennzahlen: Terminsicherheit und kostenfreie Fertigstellung. Für Betreiber stehen Bankability, Abnahmefähigkeit und störungsfreier Übergang in den Betrieb im Fokus. Genau an dieser Schnittstelle entscheidet eine professionell strukturierte Montageversicherung darüber, ob ein Schaden ein „Projekt-Ärgernis“ bleibt – oder zum echten Ergebnisrisiko wird.

Viele Projekte sind technisch hervorragend geplant – und dennoch versicherungsseitig zu spät, zu schmal oder falsch abgesichert. Das Ergebnis: Deckungslücken, Nachverhandlungen kurz vor Datum der kommerziellen Inbetriebnahme (COD), Streit über Zuständigkeiten oder fehlende Nachweise gegenüber Finanzierern.

Dieser Beitrag zeigt, worauf EPCs und Betreiber bei Montageversicherungen für Solarparks, BESS und PV-Dachanlagen wirklich achten müssen – und wie Sie ohne Reibungsverluste zu einem belastbaren Deckungskonzept kommen.

1) Was eine Montageversicherung leisten muss (und was nicht)

Unter „Montageversicherung“ werden in der Praxis mehrere Bausteine verstanden, die sauber ineinandergreifen sollten:

  • Bau-/Montageversicherung (All-Risk / CAR/EAR-Logik) für unvorhergesehene Sachschäden während Transport, Lagerung, Montage, Testbetrieb und Inbetriebnahme (im vereinbarten Rahmen).
  • Bauherren- und/oder Betriebshaftpflicht (projektbezogen) für Personen- und Sachschäden gegenüber Dritten (inkl. Nebenrisiken am Standort).
  • Ertragsausfall / Delay in Start-Up (DSU/ALOP), wenn ein versicherter Sachschaden den kommerziellen Betrieb verzögert und dadurch Einnahmen ausbleiben oder Mehrkosten entstehen.
  • Wichtig: Eine Montageversicherung ersetzt keine Qualitätssicherung, keine Gewährleistungsansprüche und keine Vertragserfüllung. Sie ist aber das zentrale Instrument, um das Projekt gegen unvorhersehbare Schadenereignisse abzusichern – genau die Ereignisse, die Terminpläne und Budgets sprengen können.

2) Die häufigsten Schaden- und Streitpunkte – nach Anlagentyp
Solarparks (Freifläche)

Typische Schadenmuster während Bau und Inbetriebnahme:

  • Sturm-/Hagelereignisse während offener Montagephasen
  • Diebstahl/Vandalismus (Module, Kabel, Wechselrichter, Trafokomponenten)
  • Kabelschäden und Verpolung/Fehlanschlüsse (inkl. Folgefehler)
  • Transportschäden, unsachgemäße Lagerung, Feuchtigkeitseintritt
  • Schäden an Trafos/Schaltanlagen bei Tests, Schutzprüfungen, Erstzuschaltungen
  • Brandschäden (z. B. durch Montagefehler, Hotspots, Übergangswiderstände) – insbesondere relevant für spätere Regressfragen
  • Abgrenzung zwischen „Montagerisiko“ und „Mangel/fehlerhafte Arbeit“.

BESS (Battery Energy Storage Systems)

Bei BESS ist die Risikolage deutlich komplexer, weil sich Sachschaden, Brandereignis, Folgeschäden, Einsatzkosten und Projektverzug schnell kumulieren:

  • Fehler im Batteriemanagementsystem/Energiemanagementsystem, Sensorik, Verkabelung, Konfiguration
  • Thermisches Ereignis (z. B. Zelle/Modul) mit Rauch- und Kontaminationsfolgen
  • Schäden bei FAT/SAT, Lade-/Entladezyklen, Parametrierung und Grid-Tests
  • Schädigung durch Klima/Feuchte/Staub während Installation
  • Höhere Anforderungen an Brand- und Sicherheitskonzepte, auch im Zusammenspiel mit Standortvorgaben

Streitpunkt Nr. 1: Umfang der Deckung rund um Test-/Probebetrieb, Inbetriebnahme und die Frage, ob „Software/Parametrierung“ als Schadenursache zu Ausschlüssen führt, obwohl der Sachschaden real ist.

PV-Dachanlagen (Gewerbe/Industrie)

Hier dominieren Schnittstellenrisiken mit dem Gebäude:

  • Durchdringungen, Abdichtungen, Feuchtigkeitsschäden
  • Brandweiterleitung/Brandabschnitt, Auswirkungen auf Betriebsunterbrechung des Gebäudenutzers
  • Schäden an Bestandsdach (Statik, Befestigung, Lastverteilung)
  • Arbeiten bei laufendem Betrieb (Produktionsstandorte, Logistik, Handel)
  • Koordination mit Gebäudeversicherung und Betreiberpflichten

Streitpunkt Nr. 1: Wer trägt welchen Teil des Risikos – EPC, Betreiber, Gebäudeeigentümer, Generalunternehmer? Ohne projektklare Haftpflicht- und Montagebausteine endet es schnell in Mehrparteien-Schäden mit Regresskaskaden.

3) Die 7 Elemente eines „bankable“ Montage-Deckungskonzepts

Wenn Sie EPC oder Betreiber sind, sollten Sie auf folgende Bausteine bestehen – weil sie in der Praxis über „gedeckt oder nicht“ entscheiden:

All-Risk-Sachdeckung mit passender Versicherungssumme
Nicht nur „Materialwert“, sondern realistische Projektwerte inkl. Montage-/Nebenkosten. Zu knapp kalkulierte Summen sind eine der häufigsten Schwachstellen.

Transport- und Lagerdeckungen ohne Brüche
Gerade bei langen Lieferketten, Zwischenlagerung, Baustellencontainern und „split deliveries“ ist eine durchgehende Logik entscheidend.

Diebstahl-/Vandalismus-Logik, die zur Baustelle passt
Nicht jede Baustelle erfüllt „Ideal-Sicherungsanforderungen“. Gute Konzepte setzen realistische Schutzmaßnahmen an – und bilden das im Vertrag ab.

Test- und Inbetriebnahmephase klar geregelt
Für PV: Zuschaltungen, Schutzprüfungen, Stringtests.
Für BESS: Lade-/Entladezyklen, Parametrierung, Netztests.
Das muss zeitlich und inhaltlich sauber definiert sein.

Verzögerung der Inbetriebnahme dort, wo Termindruck real ist
Wenn PPA, Netzanschlussfenster, Liquidated Damages oder Finanzierungscovenants vom Datum der Erstinbetriebnahme abhängen, ist eine Verzögerung kein „Nice-to-have“, sondern Risikokern.

Haftpflicht passend zur Risikoschnittstelle
PV-Dach: Schäden am Bestand, Tätigkeitsschäden, erweiterte Mietsachschadendeckung
Solarpark: Fremdschäden (z. B. Nachbarflächen, Infrastruktur), Umweltrisiken je nach Standort.
BESS: Konsequenzen von Rauch/Kontamination, Feuerwehreinsatz, mögliche Drittschäden.

Klare Regelungen zur Übergabe und Nachlauf
Häufig entsteht Risiko genau in der „Grauzone“ zwischen mechanischer Fertigstellung und formaler Abnahme – oder in der kurzen Nachlaufphase nach Übergabe.

4) Typische Deckungslücken, die EPCs/Betreiber teuer zu stehen kommen

Diese Punkte sehen wir in der Praxis immer wieder – und sie sind vermeidbar:

  • Start zu spät: Versicherung beginnt nach erster Lieferung – obwohl Material bereits unterwegs oder zwischengelagert ist.
  • Inbetriebnahme nicht sauber erfasst: Gerade bei BESS wird die kritische Phase vertraglich „abgekürzt“.
  • Subunternehmer nicht sauber eingebunden: Wer ist mitversichert, wer nicht? Wer meldet Schäden?
  • DSU fehlt trotz harter Vertragsstrafen: Der Sachschaden ist gedeckt – aber der eigentliche finanzielle Schmerz nicht.
  • Dach-Bestand nicht abgedeckt: Feuchtigkeitsschaden, Produktionsstillstand oder Folgekosten landen im Streit zwischen Versicherern/Parteien.
  • Sicherheitsauflagen unrealistisch: Bedingungen verlangen Maßnahmen, die die Baustelle nicht erfüllen kann → Risiko von Leistungskürzungen im Schadenfall.

5) Handlungscheckliste: So kommen Sie schnell zu einer belastbaren Lösung

Für EPCs

  • Projektphasen inkl. Liefer-/Montage-/Test-/Inbetriebnahmeplan bereitstellen
  • Werte: Material, Montage, Nebenkosten, kritische Komponenten (Trafo, Schaltanlage, PCS, Container, Kabel)
  • Baustellensicherheit: Zaun, Bewachung, Lagerkonzept, Zugangskontrollen
  • Subunternehmerliste, Schnittstellen & Verantwortlichkeiten
  • Vertragsrelevanz: LDs, COD-Meilensteine, PPA/Netzanschlussfenster → DSU bewerten

Für Betreiber

  • Anforderungen der Finanzierung/Bank, Covenants, Nachweise (Versicherungsbestätigungen, Klauseln, Laufzeiten)
  • Abgrenzung zur späteren Betriebsversicherung (ab wann „Operational“)
  • Bei Dachprojekten: Abstimmung mit Gebäudeversicherung und Eigentümerpflichten
  • Risiko- und Brandschutzkonzept (insb. BESS), um Versicherbarkeit und Prämie zu optimieren

6) Warum „bestes Deckungskonzept“ mehr ist als ein günstiger Beitrag

EPCs und Betreiber haben keine Zeit für Policen, die im Schadenfall Interpretationsspielraum lassen. Entscheidend sind:

  • saubere Definitionen (Versicherungsbeginn, Testphase, Abnahme, Nachlauf)
  • realistische Obliegenheiten (Sicherheitsauflagen, Dokumentation)
  • klare Zuständigkeiten (Meldewege, Schadenmanagement, Mitversicherung von Parteien)
  • Erfahrung mit PV und BESS (Schadenbilder, Underwriting-Logik, marktübliche Klauseln)

Genau dafür steht rosa Photovoltaik: Deckungskonzepte, die in der Projektwirklichkeit funktionieren – und eine Abwicklung, die auf Kundenzufriedenheit ausgelegt ist, nicht auf „Formular-Tennis“.

Jetzt handeln: Projekt absichern, bevor es kritisch wird. Wenn Sie als EPC ein Projekt mit engem Bauzeitenplan fahren oder als Betreiber Bankability absichern müssen, ist der beste Zeitpunkt vor der ersten Lieferung – nicht nach dem ersten Zwischenfall.

Montageversicherungen für Solarparks, BESS und PV-Dachanlagen können Sie direkt über www.rosa-photovoltaik.de abschließen oder anfragen. Dort erhalten Sie ein Deckungskonzept, das die typischen Schnittstellen- und Projektphase-Risiken sauber adressiert – damit Ihr Projekt nicht am Versicherungsdetail scheitert, sondern planmäßig ans Netz geht.

 

Hinweis: Dieser Beitrag ist allgemeine Fachinformation. Der konkrete Versicherungsumfang ergibt sich aus Antrag, Risikoangaben und den jeweiligen Versicherungsbedingungen.

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